Digitaler Produktpass: Was Maschinen- und Anlagenhersteller beachten müssen

Der DPP ist Bestandteil der europäischen Produktregulierung, macht Produktinformationen digital zugänglich und basiert auf der ESPR. Für Schweizer Unternehmen ist das insbesondere bei EU-Exporten und europäischen Lieferketten relevant. 

Für Schweizer Maschinen- und Anlagenhersteller ist das Thema relevant, wenn sie in die EU liefern oder Teil europäischer Lieferketten sind. Noch benötigt nicht jede Maschine einen DPP, die Anforderungen werden schrittweise für einzelne Produktgruppen festgelegt. Die Herausforderung ist nicht der QR-Code, sondern die Qualität der dahinterliegenden Daten.

Der DPP verknüpft strukturierte, maschinenlesbare Informationen eindeutig mit einem Produkt, Modell, einer Charge oder Produkteinheit. Dazu können Hersteller- und Herkunftsangaben, Material- und Umweltdaten, Konformitätsnachweise sowie Informationen zu Betrieb, Wartung, Reparatur, Ersatzteilen, Demontage und Recycling gehören.

Kunden benötigen andere Informationen als Servicetechniker, Händler, Entsorger oder Behörden. Rollen und Zugriffsrechte sind deshalb von Anfang an zu berücksichtigen. Öffentlich zugängliche Inhalte müssen von vertraulichen Daten getrennt werden.

Daten vorbereiten und klassifizieren

Viele Informationen sind bereits vorhanden: im ERP, PIM, PLM oder Redaktionssystem, in Stücklisten, Zeichnungen, Anleitungen, Ersatzteilkatalogen und Service-Portalen. Häufig sind sie jedoch mehrfach gespeichert, unterschiedlich bezeichnet, nicht aktuell oder keiner Variante beziehungsweise Seriennummer eindeutig zugeordnet.

Hinzu kommen Materialangaben, Zertifikate und Nachweise von Zulieferern. Hersteller sollten deshalb frühzeitig klären, welche Daten sie benötigen, in welcher Form diese geliefert werden und wer ihre Qualität prüft. Der DPP ist zuerst ein Daten- und Organisationsprojekt – und erst danach eine technische Plattform. Ein QR-Code allein löst weder fehlende Informationen noch unklare Zuständigkeiten.

Die Technische Dokumentation als zentrale Datenquelle

Ein grosser Teil der relevanten Informationen entsteht bereits in der Technischen Dokumentation: Sicherheits- und Wartungshinweise, technische Daten, Ersatzteilinformationen sowie Angaben zu Demontage und Entsorgung. Liegen diese Inhalte modular, medienneutral und eindeutig gekennzeichnet vor, können sie für Betriebsanleitungen, Online-Dokumentationen, Ersatzteilkataloge, Service-Portale und den DPP verwendet werden.
 

Was Hersteller jetzt konkret tun sollten

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Welche Produkte werden in der EU angeboten? Welche Daten sind vorhanden und in welchen Systemen liegen sie? Wo bestehen Lücken oder Medienbrüche? Anschliessend sollten Verantwortlichkeiten über Technische Dokumentation, IT, Compliance, Produktmanagement, Einkauf und Service hinweg festgelegt werden.
Ein DPP-Projekt muss nicht sofort das gesamte Portfolio umfassen. Empfehlenswert ist der Start mit einer überschaubaren Maschine oder Produktgruppe. Ein Pilotprojekt zeigt rasch, welche Daten nutzbar sind, wo Schnittstellen fehlen und welche Abteilungen oder Zulieferer einbezogen werden müssen. Daraus lässt sich ein Vorgehen für weitere Produkte ableiten

Heute vorbereiten, mehrfach profitieren

Eine strukturierte Datenbasis erfüllt nicht nur kommende Vorgaben. Sie reduziert Mehrfachpflege und Suchaufwand, verbessert die Informationsqualität und beschleunigt die Bereitstellung von Anleitungen, Nachweisen und Ersatzteildaten. Servicetechniker finden schneller die passenden Informationen, Ersatzteile lassen sich sicherer identifizieren und Kunden erhalten die zu ihrer Maschine gehörenden Inhalte.

Machen Sie Ihre Produktinformationen DPP-ready

Holen Sie sich Unterstützung bei der Bestandsaufnahme, Strukturierung und digitalen Bereitstellung Ihrer Produkt- und Dokumentationsdaten. Gemeinsam prüfen wir vorhandene Systeme, identifizieren Lücken und entwickeln anhand eines Pilotprodukts ein praxistaugliches Vorgehen.

Referenzen

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