
Der Einsatz von KI-Tools ermöglicht eine enorme Beschleunigung im Übersetzungsprozess. Texte können innerhalb von Sekunden in zahlreiche Sprachen übertragen werden. Allerdings ist die Qualität dieser Ergebnisse oft schwer zu bewerten. Ohne fachliche Prüfung besteht das Risiko von inhaltlichen Ungenauigkeiten, terminologischen Inkonsistenzen oder stilistischen Schwächen. Daher sind KI-Übersetzungen als Insellösung im professionellen Einsatz nicht zielführend. Erst in Kombination mit Translation Memory Systemen (TMS) entfalten sie ihr volles Potenzial.
Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Qualität ist die jeweilige Sprachkombination. Viele KI-Systeme arbeiten intern über eine Zwischensprache – häufig Englisch. Entsprechend gilt: Je näher die Ausgangs- und Zielsprache strukturell am Englischen liegen, desto besser sind die Ergebnisse. Während Übersetzungen in weit verbreitete Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch meist solide ausfallen, zeigen sich bei kleineren Märkten wie Dänisch, Schwedisch, Kroatisch, Slowenisch oder den baltischen Sprachen deutliche Qualitätseinbussen. Hauptgrund ist die geringere Datenbasis, auf der die Systeme trainiert wurden.
Auch der Dokumenttyp spielt eine entscheidende Rolle. Strukturierte Inhalte wie Betriebsanleitungen, Datenblätter oder technische Spezifikationen eignen sich gut für KI-gestützte Übersetzungen. Schwieriger wird es bei Software-Texten, kreativen Marketinginhalten oder rechtlich komplexen Vertragswerken, wo Kontext, Stil und Präzision eine zentrale Rolle spielen.

Ein effizienter Übersetzungsprozess beginnt mit dem Import der Inhalte in ein Translation Memory System wie beispielsweise Trados Studio. Dabei werden die Texte in einzelne Segmente zerlegt, die als Grundlage für die weitere Verarbeitung dienen.
Im ersten Schritt erfolgt die automatische Vorübersetzung durch das Translation Memory. Bereits vorhandene Übersetzungen werden übernommen, ähnliche Segmente vorgeschlagen. Dadurch reduziert sich der manuelle Aufwand erheblich und die Konsistenz steigt.
Anschliessend werden fehlende Inhalte mithilfe von KI vorübersetzt. Moderne Systeme ermöglichen dabei auch den Abgleich mit hinterlegter Terminologie, sodass bereits in dieser Phase eine hohe Qualität erreicht wird.
Der entscheidende Qualitätsschritt ist das Post-Editing. Erfahrene Fachübersetzer prüfen die KI-Ergebnisse, korrigieren inhaltliche und sprachliche Fehler und stellen sicher, dass Terminologie und Stil den Anforderungen entsprechen.
Abschliessend werden alle neuen oder überarbeiteten Segmente im Translation Memory gespeichert. Dadurch wächst die Übersetzungsdatenbank kontinuierlich und bildet die Grundlage für zukünftige Projekte – mit steigender Effizienz und gleichbleibend hoher Qualität.
Der optimale Übersetzungsworkflow kombiniert die Geschwindigkeit von KI mit der Präzision menschlicher Expertise und der Systematik moderner TMS-Technologie. Unternehmen, die in moderne Terminologie investieren, schaffen die Basis für nachhaltige Qualität, geringere Kosten und konsistente Kommunikation in allen Märkten.
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